Vom Hotelmanagement in die digitale Bauplanung: ist ein Karrierewechsel möglich?

Quereinsteiger sind in der BIM-Welt keine Seltenheit. Ihre Profile sind oft sehr spannend und sie können Teams mit vielfältigen Kompetenzen bereichern. Unsere Kollegin Stephanie Becker ist ein Beispiel dafür.

Im Januar 2026 fing sie als Office- und Salesmanagerin bei AEC3 an. Zuvor war sie als Head of Reservation and Sales für eine große Hotelkette und anschließend als Account-Managerin bei dem weltweit größten Hotelbuchungsportal tätig. In ihren früheren Positionen gehörte Building Information Modeling nicht zu ihren Arbeitsinhalten.

Das fand ich sehr interessant und wollte mehr darüber erfahren.

 

Stephanie, erzähle uns über deinen Background.

Ich komme ursprünglich aus der Hotellerie: die Internationalität, das Reisen und die Gastfreundschaft haben mich schon früh begeistert. Nach einem Auslandsaufenthalt in den USA habe ich an der Hoge Hotelschool Maastricht Hotel Management studiert. Im Rahmen des Studiums hatte ich die Möglichkeit, viel zu reisen und internationale Erfahrungen zu sammeln, unter anderem in Hongkong, den USA und Spanien.

Nach meinem Abschluss bin ich nach Deutschland zurückgekehrt und habe berufsbegleitend meinen Master in BWL absolviert, während ich gleichzeitig Vollzeit in einem Hotel in München in den Bereichen Housekeeping, Front Office und Reservierung gearbeitet habe. Anschließend zog es mich nach Stuttgart, wo ich als Head of Reservation and Sales tätig war. Nach dieser Zeit wollte ich meinen Horizont erweitern und Erfahrungen außerhalb des klassischen Hotelbetriebs sammeln. Deshalb zog ich zurück nach München und wechselte zu Booking.com, wo ich zunächst als Account Executive und später als Account Managerin gearbeitet habe. Dort konnte ich die Hotellerie aus einer völlig neuen Perspektive kennenlernen. Nach fast sieben Jahren war für mich der Zeitpunkt gekommen, eine neue Herausforderung anzunehmen – und so führte mich mein Weg zu AEC3.

 

Das klingt nach ganz schön viel Action! Und was machst du, wenn du nicht gerade an deiner beruflichen Weiterentwicklung arbeitest?

Ich reise gerne, meistens mit meinem alten VW-Bus und besuche Familie und Freunde weltweit. Außerdem nehme ich regelmäßig an Mammutmärschen teil – die bislang größte Herausforderung waren 100 Kilometer in 29 Stunden ohne Schlaf. Zum Ausgleich stricke und häkle ich gerne.

Stephanie Becker ©AEC3

 

Warum hat dich AEC3 als neuer Arbeitgeber überzeugt?

Der Wechsel in eine andere Branche war für mich eine bewusste Entscheidung, um etwas völlig Neues kennenzulernen. Besonders angesprochen hat mich bei AEC3 die spannende Kombination aus Innovation, Projektarbeit und Digitalisierung. Themen wie die Entwicklung von BIMQ neo, die Verstärkung der Sales Abteilung sowie die moderne Arbeitsweise, inklusive der Einbindung neuer Technologien wie KI, haben mich begeistert. Gleichzeitig finde ich die Verbindung von Theorie und Praxis spannend, etwa durch die BIM-Beratung in ganz unterschiedlichen Projekten, von Krankenhäusern bis hin zu Forschungsbauten.

Besonders schätze ich die Vielfalt meiner Aufgaben. Neben klassischen organisatorischen Themen konnte ich mich auch in neue Bereiche wie die Buchhaltung einarbeiten. Hinzu kommen Tätigkeiten wie die Mitarbeit an Forschungsanträgen, die Zusammenarbeit mit dem Steuerbüro sowie das Office und Sales Management.

Sehr motivierend ist für mich außerdem die Arbeit in einem kleinen Team mit kurzen Entscheidungswegen. Dadurch gibt es deutlich mehr Möglichkeiten, Prozesse und auch die Unternehmensstrategie aktiv mitzugestalten, als es häufig in großen Unternehmen der Fall ist. Die Unternehmenskultur spielt dabei ebenfalls eine große Rolle: flache Hierarchien, eigenverantwortliches Arbeiten ohne Micromanagement, flexible Arbeitszeiten sowie ein familiäres Miteinander schaffen ein Umfeld, in dem Ideen schnell gehört und umgesetzt werden können.

 

Was findest du bei uns am spannendsten?

Die Arbeitsweise bei AEC3 unterscheidet sich stark von meinen bisherigen beruflichen Erfahrungen und das finde ich interessant. Die Arbeit ist projektbasiert und es wird sehr transparent sowie detailliert dokumentiert, woran aktuell gearbeitet wird und wie sich Projekte entwickeln.

Besonders interessiert mich die Entwicklung von BIMQ neo. Ich freue mich, Teil einer Softwareentwicklung zu sein und die Digitalisierung sowie Weiterentwicklung der Branche indirekt mitzugestalten. Gleichzeitig ist es spannend zu beobachten, wie sich ein solches Produkt Schritt für Schritt entwickelt und weiter verbessert wird. Auch bei BIMQ selbst wird deutlich, welchen Mehrwert digitale Lösungen bereits heute schaffen und wie Prozesse dadurch effizienter und einfacher gestaltet werden können. Von besonderem Interesse ist, wo und wie BIMQ Anwendung findet und welche unterschiedlichen Einsatzbereiche sich daraus erschließen.

Von besonderem Wert ist für mich außerdem: Es geht nicht darum, bestehende Standards einfach nur abzuarbeiten. Stattdessen wird ständig hinterfragt, wie Prozesse weiter optimiert werden können: effizienter, einfacher und digitaler. Dieser Ansatz zeigt sich nicht nur in BIM-Projekten, sondern auch in den internen Unternehmensabläufen, beispielsweise durch die Nutzung von CRM-Systemen, digitalem Rechnungswesen, digitaler Buchhaltung oder KI-gestützten Tools. Genau diese Offenheit für neue Ideen und kontinuierliche Weiterentwicklung macht die Arbeit für mich so interessant.

Stephanie Becker ©AEC3

Inwieweit kannst Du deine bisherigen Erfahrungen in die neue Position einbringen?

Durch meine Erfahrungen in unterschiedlichen Branchen und Aufgabenbereichen bringe ich vielseitige Perspektiven und Kompetenzen mit. Besonders meine operative Erfahrung hat mich geprägt: Ich habe gelernt, Aufgaben effizient zu organisieren, Prioritäten sinnvoll zu setzen und auch in dynamischen Situationen strukturiert und lösungsorientiert zu arbeiten.

Insbesondere die Zeit in der Hotellerie hat meine Serviceorientierung, Flexibilität und Belastbarkeit gestärkt. Dort ist es essenziell, auch unter Zeitdruck den Überblick zu behalten und professionell auf unterschiedlichste Menschen und Situationen zu reagieren.

Darüber hinaus bringe ich internationale Erfahrung mit, durch die ich gelernt habe, mich schnell auf unterschiedliche Kulturen, Arbeitsweisen und Persönlichkeiten einzustellen. Auch meine Sprachkenntnisse helfen mir dabei, sicher und souverän in internationalen sowie fachübergreifenden Teams zu kommunizieren.

Aus meiner Zeit im Sales-Bereich nehme ich außerdem viele wertvolle Erfahrungen im Umgang mit Menschen mit. Dazu gehören insbesondere eine offene und kommunikative Art, das Verständnis für unterschiedliche Bedürfnisse sowie die Fähigkeit, lösungsorientiert und auf Augenhöhe zu kommunizieren.

Vielleicht käme für andere Leser und Leserinnen dieses Beitrags auch ein Branchenwechsel infrage. Was würdest du ihnen sagen, um sie zu ermutigen?

Ich würde jeden ermutigen, sich auf die Stellen und Themen zu bewerben, die einen wirklich interessieren, und offen sowie ehrlich in Gespräche zu gehen. Wichtig ist dabei, die eigenen Fähigkeiten und Stärken authentisch zu zeigen und klar zu kommunizieren, welche Art von Aufgaben, Arbeitsweise und Umfeld man sucht. Gleichzeitig sollte man die Gelegenheit nutzen, selbst viele Fragen zu stellen, um herauszufinden, ob der Job und das Unternehmen wirklich zu den eigenen Vorstellungen passen.

Außerdem sollte man sich von Rückschlägen nicht entmutigen lassen. Oft braucht es mehrere Anläufe, bis man die passende Branche, Position oder das richtige Arbeitsumfeld gefunden hat. Eine Absage bedeutet nicht automatisch, dass man grundsätzlich nicht geeignet ist – häufig passt es einfach nicht zur jeweiligen Firma oder Situation. Gerade deshalb lohnt es sich, dranzubleiben und offen für neue Möglichkeiten zu sein.

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