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Wie weit sind wir mit den Standardanwendungfällen?

Bereits vor ca. eineinhalb Jahren habe ich einen kurzen Artikel über die Nutzung von Anwendungsfallsteckbriefen geschrieben. Seitdem haben sich die Standardanwendungsfälle (21 nach BIM Deutschland bzw. 19 gemäß BIM für Bundesbauten) immer mehr durchgesetzt und werden in vielen Projekten umgesetzt. Doch wie hängen die Anwendungsfälle eigentlich zusammen? Muss Anwendungsfall „x“ in frühen Leistungsphasen umgesetzt werden, damit später Anwendung „y“ erfolgreich durchgeführt werden kann? Und kann ich Anwendungsfälle weiter aufteilen und genauer definieren?
Je mehr sich alle Projektbeteiligten mit dem Thema beschäftigen, desto mehr Fragen tauchen auf. Das ist eine positive Entwicklung, denn sie zeigt eine zunehmende Akzeptanz. Also der Reihe nach. BIM Deutschland bzw. BIM für Bundesbauten (BfB) haben 19 bzw. 21 Anwendungsfälle definiert. Die 19 Anwendungsfälle von BfB (siehe Abbildung 1) werden von BIM Deutschland teilweise anders benannt, sind inhaltlich jedoch gleich. Sie werden durch die AWF 000 (Grundsätzliches) und AWF 200 (Nutzung für Betrieb und Erhaltung) ergänzt.

Abbildung 1: 19 Anwendungsfälle gemäß BIM für Bundesbauten aus „BIM Handbuch Arbeitshilfe Anwendungsfallsteckbriefe“ Tabelle 1

Anwendungsfälle gezielt verfeinern

Natürlich können diese Anwendungsfälle weiter verfeinert werden – je nach Projektanforderungen ist es aus meiner Sicht sogar notwendig. Die Einteilung kann dabei inhaltlich oder zeitlich erfolgen, zum Beispiel zur Veranschaulichung.
Der Anwendungsfall 040 (Visualisierung) gemäß BIM Deutschland lautet: „Bedarfsgerechte Visualisierung unter Zuhilfenahme der BIM-Modelle, ergänzt um weitere Objekte und Informationen und/oder grafisch aufbereitet als Basis für die Projektkommunikation (z. B. visuelle Aufbereitung von Bauteilen) oder Öffentlichkeitsarbeit (fotorealistische Abbildungen, Animationen u. a.)“.

Wir unterteilen den AWF in fast allen Projekten wie folgt:

Damit wird eine einfache inhaltliche Unterscheidung ermöglicht, da die unterschiedlichen Visualisierungsmethoden auch einen unterschiedlichen Aufwand mit sich bringen und gegebenenfalls sogar weitere Nachunternehmer beauftragt werden müssen.
Andere Anwendungsfälle können hingegen eher zeitlich aufgeteilt werden, wie die Koordination der Fachgewerke (AWF 050), die je nach Leistungsphase fortgeschrieben oder von vornherein unterteilt wird, beispielsweise in „Koordination der Fachgewerke in der Planung“ und „Koordination der Fachgewerke in der Ausführung“. Hier wird den Projektbeteiligten weiterhin viel Freiraum gegeben, was bei den unterschiedlichsten Projekten auch notwendig ist.

Ebenfalls spannend ist die Frage, wie Anwendungsfälle zusammenhängen. Ehrlicherweise ist diese nicht ganz einfach zu beantworten.

Relativ eindeutig ist, dass der Anwendungsfall 190 (Bauwerksdokumentation) am Ende steht. Aber Moment: ist das wirklich so? Läuft das Inbetriebnahmemanagement (AWF 180) nicht nach der abgeschlossenen Dokumentation oder zumindest parallel? Und was ist, wenn ich den AWF 190 weiter unterteile in Phase 1 „Beratendes Mitwirken bei Leistungsbeschreibung für As-Built-Modelle“ und Phase 2 „Erstellung der As-Built-Modelle“? Und die Werk- und Montageplanung ist ja auch noch gar nicht berücksichtigt.
So schnell ist die scheinbare Eindeutigkeit dahin. Wir haben versucht, die Anwendungsfälle und deren Zusammenhänge in einem Diagramm darzustellen. Dabei wird deutlich, dass der AWF 050 sehr zentral ist, denn ohne koordinierte Modelle machen Planableitungen, Mengenermittlungen, Ausschreibungen und Visualisierungen keinen Sinn. Das spiegelt auch die zentrale Rolle der Objektplanung in Projekten wider, die häufig die Gesamtkoordination und damit auch die Verantwortlichkeit für den Anwendungsfall übernimmt.

Außerdem wird deutlich, dass bestimmte Anwendungsfälle direkt oder indirekt abhängig voneinander sind. 

So lässt sich anhand unserer Darstellung nachvollziehen, dass die Anwendungsfälle 100 (Mengenermittlung), 110 (Leistungsverzeichnis), 120 (Terminplanung) und 140 (Baufortschrittskontrolle) sukzessive Voraussetzungen sind, um den Anwendungsfall 160 (Abrechnung von Bauleistungen) durchführen zu können.

Besonders bei Pilotprojekten nutzen wir diese Grafik (Abb. 3) gerne zur Beratung bei der Auswahl der Anwendungsfälle, um komplexe Abhängigkeiten einfacher erklären zu können und die passenden Anwendungsfälle stufenweise auszuwählen.

LOD – Level of Detail – Fertigstellungsgrad

Ein Durcheinander der Akronyme, erstmals 2008 als LOD mit der Bedeutung „Level of Detail“ – Detaillierungsgrad für die modellbasierte Kosten- bzw. Mengenermittlung in Amerika definiert.

Eine Weiterentwicklung erfolgte durch den amerikanischen Architektenverband, jetzt „Level of Development“ – Fertigstellungsgrad. Das Problem: das Akronym war nach wie vor LOD, die Definition der unterschiedlichen Stufen (LOD 100 bis 500) wurden sehr ungenau formuliert. Eine weitere Präzisierung erfolgte 2011 und 2013.

Auch im Städtebau wurden Detaillierungs- bzw. Fertigstellungsgrade definiert, die wiederum die Abkürzung LOD nutzten.

Hinzu kommt, dass sich alle LOD-Begriffe hauptsächlich auf die geometrische Detailliertheit der Modelle beziehen. Die notwendigen Informationen, wie Eigenschaften bzw. Attribute der Modellelemente, werden in diesen Definitionen nicht ausreichend konkret beschrieben.

So wurde aus LOD :

LOD = LOG + LOI

LOG – Level of Geometry – Geometrische Informationen

Der geometrische Detaillierungsgrad (LOG) erhöht sich normalerweise abhängig von der jeweiligen Leistungsphase und ist vage vergleichbar mit dem Zeichnungsmaßstab. Überschläglich kann man annehmen, dass ein LOG100 in etwa M1:200, also der Planableitung in der LPH2 entspricht, und LOG200 dann ungefähr M1:100 und einer Planableitung in der LPH3.

 

 

LOI – Level of information – Semantische Informationen

Der alphanumerische Detaillierungsgrad (LOI) orientiert sich an den vereinbarten BIM-Anwendungsfällen, bzw. an den wirklich notwendigen Informationen für die Planung und den Betrieb des Bauwerkes und nicht so sehr an den Leistungsphasen. Die Tiefe der angewandten BIM-Methodik, die sich in den gewählten Anwendungsfällen widerspiegelt, hat einen größeren Einfluss auf den LOI. Deshalb ist die Klassifizierung als LOI100, 200, etc. nicht sinnvoll, die LOI einer Leistungsphase ergibt sich eher aus der Summe der Informationsanforderungen der AWF.

Des Weiteren gilt „less is more“, es sollten also nur die wirklich notwendige Informationstiefe bereitgestellt werden und nicht so viel Attribute wie möglich.

 

LOIN – Level of Information Need – Informationsbedarfstiefe

Aktuell hat die Standardisierung einen neuen Begriff geprägt, die Informationsbedarfstiefe, LOIN, veröffentlicht mit der DIN EN ISO 7817-1.

LOIN = Geometrische Information + Alphanumerische Information + Dokumente

Die Informationsbedarfstiefe effektiv verwalten – mit BIMQ

Für eine professionelle Verwaltung der Informationsbedarfstiefe haben wir die webbasierte Lösung BIMQ entwickelt. Hier werden die notwendigen Informationsanforderungen projektspezifisch angelegt oder auf Basis allgemeiner Kataloge konfiguriert und dann spezifisch für jede Fachdisziplin, die Leistungsphasen und die gewählten Anwendungsfälle als Softwarevorlagen und Prüfregeln für die Modellprüfung ausgegeben. Als Option kann das termingenau für jeden Datadrop und die dabei erfolgende Qualitätsprüfung erfolgen.

Bilder: Copyright AEC3

Einige haben es gewagt: den Schritt vom Architekten zum BIM-Manager, wie unser Kollege Amir Badi. Welche Herausforderungen bringt diese Veränderung mit sich und welche Motivation steckt dahinter? Ist es wirklich ein Wechsel von einem kreativen, gestalterischen Beruf in eine trockene, digitale Datenwelt?
Vielleicht muss man als BIM-Manager nicht auf seine Kreativität verzichten, sie wird nur anders eingesetzt: In komplexen BIM-Projekten, in denen man gleichzeitig mit großen Datenmengen, Prüfprozessen, möglichst genauen Kostenberechnungen, einer Vielzahl von Online-Tools, multidisziplinären Teams und festen Deadlines konfrontiert ist. Das Ziel sind effizientere und intelligentere Bauprozesse. Man könnte BIM sozusagen als „Kunst der Effizienz“ bezeichnen.

 

Der Traum: Architektur als kreative Erfüllung

„Architektur war schon immer mein Traum. Einfach eine Idee im Kopf haben, kreativ sein und dann ein Gebäude entwerfen, das die Bedürfnisse der Menschen erfüllt. Gleichzeitig spielt jedes Gebäude in einem großen Maßstab eine Rolle für die Stadt – das hat mich fasziniert.“

 

Der Einstieg: Architekturstudium und erste Erfahrungen

„Ich habe Architektur studiert und direkt nach dem Studium meine ersten Erfahrungen in der Praxis gesammelt. Doch ich merkte schnell: Da geht noch mehr! Mir fiel es viel leichter, von Anfang an in 3D zu denken. Ich gehöre zur Generation, die direkt in 3D modelliert, statt von Hand zu zeichnen oder physische Modelle zu bauen. Grundriss gezeichnet, und zack – es gibt Ansichten, Schnitte und 3D-Perspektiven.“

 

Der Aha-Moment: 3D-Modelle als Game Changer

„Schon bald habe ich erkannt, dass 3D-Software nicht nur das Entwerfen erleichtert, sondern auch viele Planungsprozesse beschleunigt. Plötzlich sieht man Fehler, die man in 2D-Plänen nie erkannt hätte. Diese Fehler zu entdecken, hätte sonst jahrelange Erfahrung als Architekt gebraucht – Erfahrung, die ich (noch) nicht hatte. Ich hatte auch noch kein Projekt bis zur Fertigstellung begleitet. Doch durch 3D-Modelle wurde mir klar: Viele 2D-Linien, die man einfach so zeichnet, sind in der Realität nicht baubar!“

 

© Amir Badi

BIM als Antwort auf komplexe Planungsprobleme

„Dann kam BIM ins Spiel – und damit die Antwort auf viele meiner Fragen. Aber worum geht es wirklich bei BIM? Ist es nur eine bessere Koordination zwischen den Beteiligten? Oder steckt mehr dahinter? Kostensicherheit wurde zum zentralen Thema, besonders in frühen Projektphasen. Bauherren wollten eine möglichst genaue Kostenberechnung. Und genau das kann BIM liefern! Zudem macht es die Planung transparenter. Wenn die Modelle mit den richtigen Informationen und Geometrien erstellt werden, können Bauherren und Projektbeteiligte alles gegenprüfen.“

 

Entscheidung: Architektur oder BIM?

„Nach fünf Jahren als Architekt und Gesamtkoordinator stand ich an einem Wendepunkt: Folge ich weiter meinem Architektur-Traum oder tauche ich tiefer in diese faszinierenden neuen Methoden ein? Ich war immer begeistert von neuer Technologie – also entschied ich mich für BIM! Ich begann als BIM-Manager und Berater bei AEC3.“

 

Der Alltag als BIM-Manager: Von Kreativität zu Zahlen & Prozessen

„BIM-Management bedeutet, sich von kreativen Entwurfsprozessen zu verabschieden. Plötzlich ging es um Zahlen, Excel-Tabellen, Modellprüfungen, Skripte für Automatisierung, Fehlersuche in Bauphasen, Prozessbeschleunigung und jede Menge Meetings. Der Fokus liegt auf der Steuerung und Leitung von Projekten im Bereich BIM. Man muss sich mit allen Leistungsphasen bestens auskennen, um zu wissen, was wann und wie am besten umgesetzt werden muss.“

 

Ein Treffpunkt für BIM-Manager: die Messe BIM World Munich (Foto: AEC3)

Herausforderung: Terminplanung und Effizienz

„Aktuell sehe ich die größte Herausforderung in der Terminplanung. Durch 3D-Modelle sollte die Planung eigentlich schneller gehen – doch oft wird BIM vernachlässigt, weil die Zeitpläne eng sind. Viel zu oft wird BIM nur genutzt, weil es ausgeschrieben wurde, nicht weil man wirklich seine Vorteile nutzen will.
Doch ich hoffe, dass sich das ändert. Wenn BIM von Anfang an mit den richtigen Anwendungsfällen und Maßnahmen in den Planungsprozess integriert wird, dann wird es nicht zur Barriere – sondern zu einem echten Tool, um die Planung effizienter und intelligenter zu machen.“

 

Werkstudenten unterstützen die Projektarbeit nur durch Zuarbeiten, werden nicht in strategische Diskussionen eingebunden, in denen es um die Zukunft und Vision des Unternehmens geht. Nicht bei AEC3! In unseren Büros in München und Dresden sind sie ein wichtiger Teil des Teams, es wird auf Augenhöhe kommuniziert, sie gestalten mit ihren Ideen Prozesse und Entscheidungen mit und übernehmen verantwortungsvolle Aufgaben. 

Alexandra Kostadinova arbeitet seit einem Jahr als Werkstudentin im Bereich BIM Management bei AEC3. Sie hat mein Angebot, mehr über sich und ihre Erfahrungen in unserem Team zu erzählen, begeistert angenommen.

„Ich komme aus Bulgarien und habe 2023 meinen Bachelor in Wirtschaftsingenieurwesen mit der Fachrichtung Bauingenieurwesen an der RWTH Aachen abgeschlossen. Während meines Studiums wurde mein Interesse an Themen wie Digitalisierung der Baubranche und BIM geweckt. Deshalb habe ich mich für den Masterstudiengang Information Technologies for the Built Environment an der TU München entschieden, der sehr eng mit diesen Themen verknüpft ist. Mittlerweile bin ich im dritten Semester.“

 

Alexandra Kostadinova. Foto: AEC3

Wie kamst Du dazu, Dich als Werkstudentin bei AEC3 zu bewerben?

„Ich bin der Meinung, dass praktische Erfahrung sehr wichtig ist, um Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Kenntnisse aufzubauen. Deshalb wollte ich einen Job finden, der mir diese Möglichkeit bietet. Durch meine Vorlesungen habe ich erfahren, dass AEC3 zu den Besten in der BIM-Branche in Deutschland gehört. Nicht nur die vielen interessanten Projekte, die das Unternehmen betreut, haben mich fasziniert, sondern auch die Arbeitskultur und die Internationalität, über die ich auf der Website gelesen habe. Ich wusste von Anfang an, dass AEC3 und ich ein „Perfect Match“ sind. Als Werkstudent ohne viel Erfahrung, aber mit viel Motivation und Leidenschaft sind Flexibilität, Geduld und Verständnis, aber auch die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen und an interessanten Aufgaben mitzuarbeiten, sehr wichtig. AEC3 bietet all das und noch viel mehr!“

 

„Ich bin der Meinung, dass praktische Erfahrung sehr wichtig ist, um Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Kenntnisse aufzubauen. Deshalb wollte ich einen Job finden, der mir diese Möglichkeit bietet. Durch meine Vorlesungen habe ich erfahren, dass AEC3 zu den Besten in der BIM-Branche in Deutschland gehört.“

Welche Projekte betreust Du, mit welchen Aufgaben?

„Ich bin nun seit fast 12 Monaten bei AEC3 beschäftigt. Im letzten Jahr konnte ich viele verschiedene Projekte und deren Betreuung als BIM-Manager oder BIM-Gesamtkoordinator in den verschiedenen Leistungsphasen kennenlernen. Außerdem hatte ich die Möglichkeit, das Gelernte als Dozent bei Schulungen, die AEC3 für die Bayerische Architektenkammer durchführt, weiterzugeben. Eine Aufgabe, die mir besonders viel Spaß macht, ist die Qualitätssicherung. Das Prüfen von Modellen auf den erforderlichen Informationsgehalt, das Erkennen von Kollisionen und das Klären von deren Beseitigung, damit die Modelle anschließend für ein schnelleres, optimaleres und kostengünstigeres Bauen verwendet werden können, ist für mich besonders interessant. Auch das Kommunizieren und Diskutieren mit den verantwortlichen Personen war für mich etwas ganz Neues, was ich jetzt wöchentlich mache und sehr interessant finde. Die LOIN-Abstimmung, die immer projektspezifisch und von den Anwendungsfällen abhängig ist, ist eine herausfordernde Aufgabe, bei der man viel lernen kann. Derzeit betreue ich zusammen mit anderen fleißigen Mitarbeitern große Projekte, die sich am Ende der Leistungsphase 3 befinden und einige, die bereits in der Leistungsphase 5 sind. Das sind z.B. WSW Weißenseer Weg, Sugar Valley München, Neubau E-Bus-Betriebshof Süd, Säntisstraße und Projekt Campus Glashütte, Norderstedt und ich freue mich immer, wenn neue Projekte dazu kommen.“

 

Wir kennen uns schon seit einer Weile und fühlen uns beide bei AEC3 sehr wohl. Das kann aber nicht nur allein von den spannenden Arbeitsaufgaben kommen, oder?

„Absolut. Man verbringt viele Stunden pro Woche am Arbeitsplatz, deshalb ist eine freundliche und lustige Atmosphäre im Büro ein entscheidender Faktor bei der Wahl des Arbeitsplatzes. Über AEC3 kann ich nur sagen: Die Leute hier wissen, wie man Spaß hat! Die vielen gemeinsamen Events und Reisen bringen uns zusammen und helfen uns, uns nicht nur als Kollegen, sondern auch als Freunde kennenzulernen. Wir kommen alle aus verschiedenen Teilen der Welt und es ist immer wieder faszinierend, von den Reisen und Urlauben der anderen zu erfahren. Die Herkunft und Kultur jedes Einzelnen wird hier sehr geschätzt und wir veranstalten oft Brunches, zu denen jeder traditionelle hausgemachte Gerichte mitbringt. Das macht sehr viel Spaß und schmeckt immer sehr gut!“

 

Die jährlichen AEC3-Klausur ist eine tolle Gelegenheit, sich über fachliche Themen auszutauschen, aber auch um sich als Menschen besser kennen zu lernen. Foto: AEC3

Das klingt nach einer Erfahrung, die Dein berufliches, aber auch Dein privates Leben nachhaltig prägen wird. Das bringt mich zur letzten Frage: Was wünschst Du dir für die Zukunft?

„Ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich endlich einen Arbeitsplatz gefunden habe, an dem ich mich motiviert, verstanden und geschätzt fühle. Ich bin so froh, dass die Aufgaben, die ich bekomme, Verantwortung erfordern, immer interessant und herausfordernd sind und mir helfen, besser zu werden, immer mehr zu lernen und wissen zu wollen. Meine Wünsche für die Zukunft sind daher, nach Abschluss meines Masterstudiums ein Teil von AEC3 zu bleiben und mich in Richtung BIM-Management und BIM-Beratung weiterzuentwickeln, um einen Beitrag zur Digitalisierung der Baubranche zu leisten.“

Vielen Dank für Deine Zeit und Deine Begeisterung, Alexandra! Und jetzt zurück an die Arbeit: Die BIM-Welt braucht Dich!

Über das „I“ in BIM, also „Information“, wird geschrieben, diskutiert und verhandelt, seit es BIM gibt. Wie viel Information soll es sein? Wer gibt sie vor? Wer nutzt die Informationen? Man hat das Gefühl, bei jedem Projekt von vorne anfangen zu müssen: Leistungsbilder prüfen, Anwendungsfälle definieren und jedes Attribut einzeln abwägen. Und insbesondere die Frage beantworten zu müssen, warum ist das wichtig, wozu dient es und wer hat eigentlich welche Vorteile davon? Das betrifft die Bauherren- und Planerseite gleichzeitig, warum fordere ich die Attribute und wozu muss ich eigentlich all diese Felder in meiner BIM-Software anlegen und ausfüllen?

Abbildung 1: Das „I“ in BIM

Am Anfang eines Projektes versprechen wir uns alle, immer Transparenz zu wollen, offen miteinander zu kommunizieren und Probleme lösungsorientiert und modellbasiert zu bearbeiten. Ehrenwerte Ziele, die man schnell aus den Augen verliert, sobald die erste Attributliste in Form einer „Excel-Tapete“ verteilt wird.
Diesmal möchte ich nicht über Umfang und Zeitraum schreiben, sondern über das „Warum“ und „Wofür“, um damit vielleicht etwas mehr Verständnis schaffen.

Vorweg drei Punkte, auf die ich häufiger verweisen werde: 

I. „Weniger ist mehr“ – Bevor man Informationen in biblischen Umfängen fordert, sollte man abwägen, ob die Information wirklich benötigt wird. Zum Beispiel: Ist das Attribut an jedem bestimmten Bauteil für mich wirklich relevant?

II. Die Struktur, in der Attribute vorliegen, ist entscheidend. Wir packen Informationen in Kategorien, um diese geistig schneller zu erfassen, das kann von Projekt zu Projekt abweichen, muss innerhalb eines Projektes aber gleich sein.

III. Es wird nichts neu erfunden oder mehr gefordert, nur die Datenquellen sind neu.

Abbildung 2: Informationsstrukturen 

Generell hilft es uns sehr, in Schubladen (Kategorien) zu denken – kognitionswissenschaftlich ist das wohl evolutionär bedingt (Lebensmittel: essbar/giftig), soll aber heute nicht mein Thema sein. Für die Bauwerksinformation mache ich auch mal zwei große Schubladen auf, die aus meiner Sicht für das „Warum“ entscheidend sind:

– Planungsrelevante Informationen

– Betriebsrelevante Informationen 

Es kann jedoch vorkommen, dass beide Schubladen nicht wirklich abzugrenzen sind, da Bauteilinformationen sowohl für die Planung als auch für den Betrieb relevant sind. Nach meiner Erfahrung ist dies sogar häufig der Fall, was dann wiederum häufig zu der Annahme führt, dass Informationen immer sowohl für den Betrieb als auch für die Planung relevant sind. Hinweis auf Punkt 1, „Weniger ist mehr“: Hinterfragen, ob die Information für Betrieb und Planung wirklich relevant ist.

Im Idealfall werden die Betreiber frühzeitig in das Projekt eingebunden, dann kann diskutiert werden, wer wann welche Informationen zur Verfügung stellt, aber Datentyp, Einheit, Nomenklatur und Objektzuordnung sind durch die zukünftige CAFM-Software und die bestehenden Betriebsabläufe fest vorgegeben. Häufig ist es jedoch so, dass in frühen Projektphasen noch niemand an den Betrieb denkt. Ein Problem, das eigentlich keines sein müsste. Fachplaner, Ausführende und manchmal auch die Projektsteuerung und das BIM-Management wissen in etwa, welche Informationen im Betrieb relevant sind. Vielleicht sind die Datentypen und die Nomenklatur noch nicht absehbar, aber die Grunddaten können skizziert werden und das ist in den frühen Phasen völlig ausreichend (weniger ist mehr).

Es bleiben noch die planungsrelevanten Informationen und Attribute, meiner Erfahrung nach oft ein viel größeres Diskussionsthema als die betriebsrelevanten Informationen. Auftraggeberseitig legen wir diese fest, um das Planungsteam im Projekt zu unterstützen. Sind die Objekte mit den richtigen Informationen im Umfang der aktuellen Planungsphase versehen, lässt sich die Plausibilität der Planung wunderbar überprüfen. Letztlich geht es bei diesem Ansatz darum, die Planung zu verbessern, Sicherheit zu gewinnen und Projekte erfolgreicher umzusetzen.

Ein kleines Beispiel aus einer Modellierung der LPH 3: Ist die Fluchttür auch als solche im Modell über ein Attribut gekennzeichnet und die Notbeleuchtung ebenfalls als solche deklariert, kann ich mit jeder guten Prüfsoftware abfragen, ob über jeder Fluchttür auch eine entsprechende Kennzeichnung geplant ist.

Abbildung 3: Beispiel Plausibilitätsprüfung von Architektur und Elektroplanung 

Solche logikbasierten Regeln sind die Grundlage für eine Plausibilitätsprüfung und das ist am Ende die entscheidende Frage: Sind die Planungsentscheidungen im Projekt plausibel? Funktioniert es so? Sind alle baurechtlichen, statischen und nutzungsspezifischen Regeln, Standards und Normen erfüllt?  

Also ein kurzer Gegencheck: 

I. Nur die relevanten Attribute für spezifische Plausibilitätsprüfung werden gefordert – Weniger ist mehr 

II. Informationen sind strukturiert, damit diese einfach über logikbasierte Regel geprüft werden können

III. Es werden nur Informationen gefordert, die in der aktuellen Phase auch tatsächlich relevant sind

Aber ist das allen Beteiligten so geläufig? Während ich schreibe, höre ich schon die Gegenargumente:

Seitens der Planer: „Wir haben doch die Türliste, da steht doch drinnen, ob es eine Fluchttür ist oder nicht, jetzt müssen wir alles doppelt führen“.

Seitens des Bauherrn: „Wir wissen nicht, wie wir das prüfen sollen. Und können wir uns auch wirklich auf die Modelle verlassen? Schickt uns doch bitte noch die Excel-Tabelle“.

Nach so vielen Jahren BIM möchte doch keiner diese Argumente (Ausreden) mehr hören.

An die Planer: Werft die alten Excel-Türlisten und Word-Bauteilkataloge endlich über Bord und arbeitet einfach im Modell – offen, transparent, lösungsorientiert (wie wir es uns ja zum Projektbeginn versprochen haben). Es ist nur ein Mehraufwand, wenn es dazu gemacht wird.

An die Bauherren: Von den Auftragnehmern BIM zu fordern und dann selbst nicht mit digitalen Werkzeugen arbeiten zu können, um diese Informationen als Primärquelle zu nutzen, ist nicht zielführend. Informationen ohne Nutzung durch den Fordernden haben keinen Mehrwert.

Bei AEC3 arbeiten wir in vielen unserer Projekte daran, die Plausibilisierung der Planung und Ausführung informationsbasiert in den Modellen nachzuweisen und dies mittels Dashboards nachvollziehbar auszuwerten. Dieser Ansatz trifft auf positives Feedback bei den Projektbeteiligten, denn für die meisten wird so deutlich, welcher Nutzen entsteht und warum wir deswegen zu Beginn diese manchmal auf dem ersten Blick erschreckenden Informationsanforderungen aufsetzten.

Abbildung 4: AEC3 QS-Konzept inkl. Plausibilitätsprüfung seitens des BIM-Managements 

Dank immer fortlaufender Standardisierung, besserer Soft- und Hardware, KI, VR etc. und einem wachsenden Verständnis auf allen Seiten leben wir zunehmend in einem goldenen Zeitalter der Informationen. Diese endlich aktiv für die Plausibilisierung der Planung und Ausführung in Modellen zu nutzen ist nur logisch und sollte unser aller Ziel sein.

Dann haben wir das wahre „I“ in BIM, das „I“, das Planung und Betrieb besser macht und dafür sorgt, dass einzelne Excel-Listen, Textmarker und die unzähligen Aktenordner langsam aus unserem Arbeitsleben verschwinden und letztendlich alle davon profitieren.

Abbildung 5: Entwicklungsstand eines interaktiven Dashboards zur Plausibilitätsprüfung: Logikbasierte Detailregeln, Aktueller Stand von Fehlerhaften und Fehlerfreien Komponenten und Verlaufsdarstellung 

Noch eine kleine Ergänzung, da ich in letzter Zeit öfters gelesen habe, dass das IFC-Format der Vergangenheit angehöre und z.B. USD (Universal Scene Description) die Zukunft sei.
Ohne die Standardisierungen, die uns die Entwicklung des IFC-Formats in den letzten Jahren gebracht hat, ohne Parametrik und Alphanumerik, ohne offene Datenschnittstellen und offene herstellerneutrale Datencontainer, ist eine standardisierte, datengetriebene Plausibilitätsprüfung nicht möglich und viele Vorteile der modellbasierten Arbeit dahin. IFC ist sicherlich nicht perfekt, aber (aktuell) die beste Möglichkeit, die Planung tatsächlich zu verbessern.

Nicht das Verpackungsformat, in dem die Informationen geliefert werden (SPF, XML, USD, etc.) ist entscheidend, sondern die Verständlichkeit der Inhalte.

AEC3 wird nächstes Jahr 20 Jahre alt und gehört damit zu den Pionieren der Digitalisierung der Baubranche rund um die BIM-Methodik. Ich selbst zähle mich mittlerweile auch zu den etwas erfahreneren BIM-Akteuren: Bereits 2016 habe ich erste Modelle bearbeitet, Skripte geschrieben und über Open-BIM-Schnittstellen mit anderen Planern kommuniziert. Als BIM-Fach- und Gesamtkoordinator und jetzt als BIM-Manager kenne ich sowohl die Planer- als auch die Bauherrenseite. Welches Thema wird aus meiner Sicht noch erschreckend stiefmütterlich behandelt? Die Vergütung von BIM-Leistungen.

Wir haben in den letzten Jahren so viele Standards geschaffen, Normen und Richtlinien wurden veröffentlicht, Anwendungsfälle definiert und Datenformate verbessert, aber die Honorierung von BIM-Leistungen ist weitgehend auf der Strecke geblieben. Zwei wesentliche Dokumente sind in den letzten Jahren entstanden: das AHO-Heft 11 „Leistungsbild Building Information Modeling“ aus dem Jahr 2019 und „BIM-Leistungsbilder“ von Kapellmann Rechtsanwälte aus dem Jahr 2017. Beides sind nützliche Dokumente, die in Ausschreibungen häufig als Referenz herangezogen werden. 2022 ist die „Arbeitshilfe Rollensteckbriefe“ von BIM für Bundesbauten erschienen, die Rollen und Aufgaben beschreibt. Inzwischen schreiben wir das Jahr 2025, die BIM-Welt hat sich deutlich weitergedreht, die Dokumente sind in die Jahre gekommen und enthalten keine konkreten Angaben zur Vergütung spezifischer Leistungen.

Woran orientieren wir uns also, um einerseits Leistungen zu bepreisen und andererseits Angebote zu bewerten?

Ein fallbezogener Vergütungsansatz, der die Projektkomplexität, die Projektzusammensetzung und die Tiefe der Einzelleistungen berücksichtigt, ist für alle beteiligten Fachdisziplinen mehr als notwendig, um Honorare nachvollziehbar bilden und vergleichen zu können.

Abbildung 2: BIM-Managementleistung nach Projektverlauf (Quelle: AEC3)

Prof. Dr. Klaus Eschenbruch (Kapellmann und Partner Rechtsanwälte mbB), Alexander Dellen (Formitas AG) und Dr. Thomas Liebich (AEC3) haben gemeinsam erste Vergütungsvorschläge für das Leistungsbild des BIM-Managements entwickelt. Im Prinzip ein Stufenkonzept, das zwischen initialen und wiederkehrenden Leistungen unterscheidet und damit aus meiner Sicht genau den richtigen Weg einschlägt, um flexibel auf die anspruchsvollen Projekte der Zukunft reagieren zu können. Unser Betrag in dieser Publikation bezog sich insbesondere auf die Intensitätsstufen der mit dem BIM-Management einhergehenden Unterstützungsleistungen, die sich aus unserer langjährigen praktischen Erfahrungen in Bauprojekten herauskristallisiert haben. BIM-Basic (oder auch BIM-Light) als minimierter Ansatz eines auf wesentlichen Qualitätsüberprüfungen bestehenden BIM-Managements, BIM-Standard als üblicher Rahmen mit grundsätzlicher Unterstützung der Arbeit der Projektbeteiligten hinsichtlich BIM und BIM-Complete (oder BIM-Premium) mit einer umfassenden Betreuung und vertiefter Überprüfung von Qualitäten und Quantitäten.

Abbildung 3: BIM-Managementleistungen nach Intensität (Quelle AEC3)

Eine der typischen initialen Leistungen des BIM-Managements ist die Erstellung der projektspezifischen AIA. Vor 10 Jahren hieß das: Wir brauchen ein AIA-Dokument für das Projekt, wir haben keine Vorlagen und eigentlich wenig bis keine Ahnung, was wir von der BIM-Methodik erwarten können.
Inzwischen ist diese Leistungsposition jedoch viel variabler geworden. Standard-AIA sind vorhanden, vielleicht schon wieder veraltet, vielleicht ganz neu und noch nicht in einem Projekt verifiziert. Möchte der Bauherr noch neue projektspezifische Anwendungsfälle ergänzen oder ist das Portfolio eindeutig? Sollen Anwendungsfall-Steckbriefe eventuell als Anlage zu den AIA erstellt werden? Wenn ja, auf welcher Basis? Der Aufwand, der betrieben werden muss, kann somit von wenigen Stunden zu mehreren Tagen variieren, um die geforderte Leistung zu erfüllen. Ohne genauerer Beschreibung der Umstände, kann ich bei der Angebotskalkulation nur noch meine Kristallkugel befragen. Eine einheitliche Kategorisierung der Intensität (gem. Abb. 3) bzw. des Leistungsumfangs würde allen helfen, den tatsächlich erforderlichen Aufwand auf einem annehmbaren Niveau zu differenzieren. Die Angebotskalkulation wird sicherer und die abgegebenen Preise vergleichbarer. Eine Win-Win-Situation, die keine Neuigkeit ist, denn wir kennen Honorarzonen bereits aus der HOAI. Natürlich können sich die Umstände im Laufe eines Projekts ändern, aber auch dies lässt sich flexibel gestalten (Abb. 4).

Abbildung 4: Beispielhafter Verlauf der Intensität der BIM-Managementleistungen.

Die Intensitätsstufen sollten nicht nur für das BIM-Management, sondern generell für alle am BIM Beteiligten gelten, analog zu den bekannten Honorarzonen der HOAI.

Leider wird wohl noch etwas Zeit vergehen, bis wir auf Vergütungsrichtlinien zurückgreifen können, die für alle mehr Sicherheit und Transparenz bedeuten und deutlich weniger Nachträge mit sich ziehen. So lange bleibt es uns nur, mit offenen Augen die Projekte anzugehen und auf Erfahrungswerte zurückzugreifen.

Als Gesamtkoordinator für Building Information Modeling (BIM) spielt die fundierte Kenntnis der spezifischen BIM-Anwendungsfälle und der erforderlichen Informationen – bekannt als Level of Information Need (LOIN) – eine zentrale Rolle für den Erfolg von Bauprojekten.

Diese Informationen sind für jede Leistungsphase des Bauvorhabens von entscheidender Bedeutung, da sie sicherstellen, dass alle Beteiligten über die notwendigen und korrekten Daten verfügen, um ihre Arbeit effizient und fehlerfrei ausführen zu können. Die Herausforderung besteht darin, diese LOINs präzise in die Fachmodelle zu integrieren und eine konsistente Datenqualität über verschiedene Softwarelösungen hinweg zu gewährleisten.

Die Integration und Verwaltung von LOINs in einem Projekt ist eine komplexe Aufgabe. BIM-Attribute, die in verschiedenen Softwares unterschiedlich gehandhabt werden, müssen korrekt erstellt und bearbeitet werden. Dieser Prozess ist nicht nur zeitaufwendig, sondern erfordert auch ein tiefes Verständnis der jeweiligen Software-Umgebung. Darüber hinaus ist es für alle Projektbeteiligten essenziell, das nötige Wissen zu besitzen, um die LOINs entsprechend den Projektanforderungen zu erstellen und anzupassen.

In diesem Kontext bietet BIMQ eine effiziente Lösung

Die Plattform BIMQ ermöglicht es, LOINs je nach Anwendungsfall als vordefinierte Softwarevorlagen für gängige BIM-Softwares wie Revit, Archicad und Allplan zu exportieren. Dieser Ansatz spart wertvolle Zeit während des Projektmanagements und trägt dazu bei, Fehler zu minimieren. Die Überprüfungsfunktion von BIMQ gestaltet sich als besonders benutzerfreundlich und übersichtlich, was die Qualitätssicherung vereinfacht und die Fehlerquote signifikant reduziert.

Abbildung 1: BIMQ-Schnittstellen

Ein zusätzlicher Vorteil von BIMQ ist die Möglichkeit, angepasste Prüfregeln für die Qualitätssicherung direkt in kompatible Qualitätskontrollwerkzeuge wie Solibri oder BIMCollab zu exportieren. Diese herausragende Funktion ermöglicht es Benutzern, Prüfregeln entweder als Textdatei zu exportieren oder die fortschrittliche IDS-Prüfung zu nutzen. Diese Dualität der Optionen bietet eine beachtliche Steigerung der Effizienz und eine erhebliche Verbesserung der Qualitätsstandards im Rahmen des Projektmanagements.

Abbildung 2: Export-Einstellung der BIMQ-Prüfregeln

Durch die Nutzung dieser Exportfunktion können Projektteams die Konsistenz und Genauigkeit ihrer Modelle sicherstellen, indem sie spezifische, auf das Projekt zugeschnittene Prüfregeln anwenden. Diese personalisierten Prüfregeln ermöglichen eine präzisere und zielgerichtetere Qualitätskontrolle, die weit über die allgemeinen Standards hinausgeht. Die Möglichkeit, diese Regeln direkt in führende Qualitätskontrollwerkzeuge zu integrieren, vereinfacht den Prozess der Qualitätsüberprüfung erheblich und gewährleistet eine nahtlose Anwendung der definierten Standards.

Die innovative IDS-Prüfung

Des Weiteren unterstützt BIMQ die innovative IDS-Prüfung, die diese Funktionalität noch erweitert, indem sie eine tiefgreifende Analyse der BIM-Modelle ermöglicht. Diese Analyse basiert auf den integrierten Prüfregeln und bietet eine detailreiche Überprüfung, die potenzielle Probleme frühzeitig identifiziert und Korrekturmaßnahmen erleichtert. Dieser Prozess trägt nicht nur zur Effizienzsteigerung bei, sondern verbessert auch signifikant die Qualität der Projektergebnisse.

Eine Kultur der Offenheit, Zusammenarbeit und Innovation für Ihr Bauprojekt

Die Implementierung von BIMQ in den Bauprozess bringt signifikante Vorteile, insbesondere in der Vereinfachung der Kontrollmechanismen für Bauherren. Ein herausragender Aspekt dabei ist, dass für die effektive Nutzung von BIMQ keine tiefgreifenden Softwarekenntnisse erforderlich sind. Diese Zugänglichkeit ermöglicht es Bauherren, aktiv und ohne umfangreiche Schulungen in den Überwachungsprozess eingebunden zu sein. Es reduziert nicht nur die Einarbeitungszeit, sondern ermöglicht auch eine direktere Kontrolle und Überwachung des Projektfortschritts.

Abbildung 3: Übersicht der Projektanforderungen in BIMQ

Insgesamt erleichtert BIMQ nicht nur die Kontrollprozesse für Bauherren, sondern trägt auch zu einer Kultur der Offenheit, Zusammenarbeit und Innovation im Bauprojektmanagement bei. Durch die Verringerung der Notwendigkeit für spezialisiertes Softwarewissen und die Förderung einer effizienteren und fehlerfreieren Projektumsetzung, setzt BIMQ neue Maßstäbe in der Bauindustrie.

Erleben Sie BIMQ selbst. Nutzen Sie unsere kostenlose Demo

Entdecken Sie, wie unsere fortschrittlichen Funktionen Ihr Projekt transformieren können. Mit unserer BIMQ-Testversion können Sie die Funktionalität von BIMQ umfassend kennenlernen – 30 Tage lang und das vollkommen kostenfrei. Sie verfügen dabei über alle Funktionalitäten unserer Volllizenzen, inklusive aller Schnittstellen zu BIM-Software-Systemen und BIM-Prüftools. Allerdings haben Sie nur eingeschränkten Zugang zu Vorlagen aus unserer Bibliothek.

Wie funktioniert BIMQ konkret? Auf dem BIMQ-YouTube-Channel finden Sie zahlreiche Workflows und Tutorials.

Bei Fragen sind wir jederzeit für Sie da: Senden Sie uns eine E-Mail an support@bimq.de

Die Einführung von Building Information Modeling (BIM) hat die Genauigkeit von Kostenberechnungen in der Baubranche deutlich verbessert. Für die Leistungsphasen 1 bis 5 sind korrekte Informationsanforderungen und die präzise Zuordnung von Kostengruppenparametern entscheidend. Diese Schritte sind besonders wichtig für Bauherren und Projektsteuerung, da sie die Kostenberechnungen überprüfen und freigeben müssen, um die finanzielle Planungssicherheit zu gewährleisten. Dank der BIM-Methodik können Kostenberechnungen effizient und präzise durchgeführt werden. Dazu sind jedoch einige Schritte erforderlich. Welche?

Korrekte Umsetzung von Informationsanforderungen

Bevor BIM in der Kostenberechnung zum Einsatz kommt, muss sichergestellt werden, dass Informationsanforderungen akkurat und vollständig umgesetzt werden. Diese Vorarbeit bildet das Fundament für die spätere Zuordnung von Komponenten in der Kostenberechnung. Ein detaillierter Blick darauf, ob alle erforderlichen Informationen vorhanden sind, markiert den ersten Schritt zu einer korrekten Kostenberechnung.

Nutzung von Kostengruppenparametern anhand von IfcEntitäten

Ein weiteres Schlüsselelement ist die genaue Zuordnung von Kostengruppen zu Bauteilen. Die Nutzung von Kostengruppenparametern anhand von IfcEntitäten stellt sicher, dass die Kostenberechnung auf einer einheitlichen und standardisierten Grundlage erfolgt. Dies eröffnet die Möglichkeit zu einer effizienten Analyse und Vergleichbarkeit der Kosten verschiedener Bauteile im BIM-Modell.

Abbildung 1: Dashboard zur Darstellung von Mengen und Entitäten in den Modellen.

Identifikation und Behebung von Fehlern durch gezielte Parameteranalyse

Ein weiterer entscheidender Schritt für eine effiziente Kostenberechnung durch BIM besteht darin, potenzielle Fehlerquellen gezielt zu identifizieren und zu beheben. Diesen Prozess erleichtern wir durch die Forderung bestimmter Parameter im Rahmen unserer Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA). Die Konsistenz unter den Parametern ist hierbei von höchster Bedeutung.

Ein konkretes Beispiel hierfür ist die Kostengruppe 331, die Außenwände als tragend definiert. In Übereinstimmung mit unseren Parametern muss isExternal auf True und isLoadBearing ebenfalls auf True gesetzt sein. Fehlt diese Konsistenz, wird ein Hinweis generiert, der auf mögliche Fehler in der Datenqualität hinweist. Dies ermöglicht es dem Projektteam, schnell zu erkennen, wo Abweichungen auftreten und gezielte Korrekturmaßnahmen einzuleiten.

Wenn Kostengruppe=331 ist, dann müssen LoadBering=True und isExternal(istAußen)=True sein, ansonsten ist die Information nicht eindeutig.

Durch diese systematische Parameteranalyse tragen wir dazu bei, dass potenzielle Fehler frühzeitig erkannt und behoben werden können, bevor sie zu größeren Problemen in der Kostenberechnung führen. Dieser proaktive Ansatz unterstützt nicht nur die Genauigkeit der Kostenberechnungen, sondern fördert auch die Gesamtqualität des BIM-Modells und damit die Effizienz des gesamten Bauprojekts.

Beispiele aus der Praxis

Folgende Grafiken aus realen Projekten geben einen tieferen Einblick in die konkrete Anwendung von BIM in der Kostenberechnung und veranschaulichen, wie die Umsetzung von Informationsanforderungen und die gezielte Nutzung von Kostengruppenparametern in der Praxis funktionieren.

Abbildung 2: Auswertungsbereich in Solibri. Visuelle Darstellung der entsprechenden Komponenten im Modell.

Abbildung 3: Dashboard für die Darstellung von Mengen bezüglich Decken.

Fazit und Ausblick

Die Implementierung von BIM in die Kostenberechnung eröffnet nicht nur die Tür zu effizienteren Prozessen, sondern bietet eine effektive Möglichkeit, die Genauigkeit von Bauprojektkosten sicherzustellen. Durch die sorgfältige Umsetzung von Informationsanforderungen und die gezielte Nutzung von Kostengruppenparametern können Bauprojektteams sicherstellen, dass ihre Kostenberechnungen präzise und transparent sind. Dies trägt nicht nur zur finanziellen Klarheit bei, sondern ermöglicht auch eine frühzeitige Identifikation von möglichen Abweichungen und eine rechtzeitige Gegensteuerung im Verlauf des Bauprojekts.

Die Digitalisierung der Planungsprozesse im Bauwesen kann Fluch und Segen zugleich sein.

Die Anzahl an Daten und Informationen, die im Planungsprozess erzeugt, ausgetauscht, überarbeitet und archiviert werden, ist in den letzten Jahren gefühlt explodiert. Alle projektbeteiligten haben ein großes Interesse daran, diese Daten in strukturierter Form abzurufen. Viele Prozesse rund um die BIM-Methodik unterstützten sowohl bei der Strukturierung der Daten also auch beim gezielten Abruf. Der Gedanke, dass erzeugte Fachmodelle fortan als „Single source of truth“ gelten, hat sich dabei fälschlicherweise in vielen Köpfen zementiert. Es wird auch in Zukunft immer unterschiedliche Informationenquellen geben, die einem spezifischen Zweck dienen und verwaltet werden müssen.

Ein sehr komplexes Beispiel hierfür ist die parallele Datenhaltung in digitalen Raum- und Gebäudebüchern und BIM-Fachmodellen.

Raum- und Gebäudebücher sind Datenbanken, die über den gesamten Projektverlauf Nutzer, Projekt und Planeranforderungen festhalten und miteinander verknüpfen. Meist werden Sie von Auftraggeberseite bereitgestellt, das Projektsoll (z.B. Raumausstattung) wird erfasst und dem Projektteam als Planungsgrundlage zur Verfügung gestellt. Im Projektverlauf werden dann erst die planerischen Umsetzungen eingepflegt. Anschließend werden die Raumbücher Teil der Ausschreibung, im Bauablauf durch Produkt und Herstellerdaten ergänzt und schlussendlich an Betreiber und Nutzer zum Projektabschluss übergeben. Wir so oft erfolgen alle Prozessschritte iterativ und die Datenbanken werden als Grundlage für Diskussionen und Abstimmungen (v.a. mit Nutzer und Auftraggeber) genutzt.

Führt man sich diese Prozesse vor Augen, sieht man viele Parallelen zur BIM-Methodik: Auch hier werden Modelle (die im Prinzip auch Datenbanken sind) erzeugt, ausgetauscht koordiniert und als Abstimmungsgrundlage genutzt.

Ersetzt nun BIM die Nutzung von Raumbüchern?

Schließen sich Methode und Tools gegenseitig aus oder müssen fortan Daten parallel gehalten werden? Und was ist nun für wen die relevante Informationsquelle?

Abbildung 1 – Mögliches Zusammenspiel von Digitalen Raum- und gebäudebuch und BIM-Methodik

In unserem Klinik-Projekt Neubau Campus Großhadern in München sind genau das die Fragen, die wir als BIM-Management gemeinsam mit unseren Kollegen von HOCHTIEF ViCon klären und prozessual strukturieren.

Das digitale Raum- und Gebäudebuch dient vor allem dazu, Soll-Ist-Abgleiche zwischen Planung und Nutzeranforderungen abzugleichen, während Planungsthemen wie Mengen- und Massenermittlung oder Kostenschätzungen auf BIM-Daten basieren. Die Datenquellen ergänzen sich also inhaltlich und müssen daher zentral gesteuert und geprüft werden.

Hier ein Beispiel dazu: Der Nutzer legt ein Musterraum für ein Patientenzimmer fest und definiert seine Anforderungen wie z.B. Anzahl der Betten, Steckdosen, Beleuchtung, Raumklimatisierung etc. Das Planungsteam erzeugt in Fachmodellen die geometrischen Informationen und tauscht diese via IFC modellbasiert miteinander aus. Ein Teil der Informationen sind direkt im Fachmodell enthalten z.B. Typ, Abmessungen und Position der Betten. Technische Details (z.B. Definition des Stromanschlusses) sind in anderen Datenquellen vorhanden. Im Digitalen Raum- und Gebäudebuch werden die Informationenquellen unter anderem über die IFC-Schnittstelle zusammengeführt und mit dem Soll verglichen. Die geometrische Repräsentation spielt dabei eine untergeordnete Rolle, da es um die funktionalen Aspekte geht.

Abbildung 2 – Vereinfachte Darstellung des Gesamtprozesses Digitales Raum- und Gebäudebuch im Projekt Großhadern

Natürlich könnte man versuchen, alle Daten an die Objekte im Fachmodell zu hängen und nur ein Quellformat zu nutzen. Allerdings sind dabei folgende Nachteile zu bedenken:

a) Nutzer ist gezwungen, sich mit IFC-Datensätzen auseinander zu setzen

b) Projekt-Soll ist selten in der IFC-Struktur vorhanden und kann damit nur schwierig mit Planungsdaten abgeglichen werden

c) Änderungen der Anforderungen ziehen dann häufig aufwändige Modelländerungen nach sich

d) Datengröße der Modelle nimmt im Projektverlauf stark zu.

Aus unserer Erfahrung ist es besser, genau zu definieren, welche Informationen aus welcher Quelle kommt, wer diese erzeugt und für wen sie relevant ist. Nur so werden einerseits Informationslücken und andererseits Informationsredundanzen vermieden.

Das Klinik-Projekt Neubau Campus Großhadern als Best Practice

Im Projekt Großhadern, wie auch in anderen Projekten, schauen wir als BIM-Management auch immer über die Grenzen des Fachmodells hinaus und binden in unsere Qualitätssicherung auch den Abgleich zwischen Digitalen Raum- und Gebäudebuch und IFC-Modellen mit ein. Besonders hilfreich ist es dabei, Tools wie PowerBI zu verwenden, die es uns erlauben, Prüfergebnisse aus unterschiedlichen Quellen miteinander in Verbindung zu setzten und auszuwerten.

Abbildung 3 – Abgleich von Raumflächen zwischen Digitalen Raumbuch und IFC-Modell im Projekt Großhadern

Durch klare und durchgängige Prozessstrukturierung, definierte Abhängigkeiten, offene Schnittstellen und Datenformat und eine nachvollziehbare Qualitätssicherung schaffen wir es, die immer größer werdenden Datenmengen auch in hochkomplexen Projekten zu bewältigen.

Es liegt in der Natur von Bauprojekten, dass diese über die Planungs- und Ausführungszeit mit abwechselnd guten und weniger guten Zwischenergebnissen durchgeführt werden. Selten genug kommt es vor, dass ein Projekt reibungslos abläuft und alle Beteiligten das Erforderliche leisten, um den Projekterfolg zu garantieren.
Die Gründe dafür sind so unterschiedlich wie die Personen, die an einem Projekt zusammenarbeiten. Die modellbasierte Arbeit der BIM-Methodik ermöglicht es uns, Reibungspunkte frühzeitig zu identifizieren, sogar teilweise vorauszusagen und rechtzeitigt gegenzusteuern. Nicht zuletzt ist das BIM-Management dafür verantwortlich, diese Steuerungsaufgaben zu übernehmen und durch regelmäßige Qualitätssicherung dazu beizutragen, den Projekterfolg sicherzustellen.
Immer wieder ist die Schlüsselfrage, die unsere Auftraggeber in diesem Zusammenhang an uns stellen, ob die beauftragten Parteien ihre Leistungen erfüllt haben und die gemeinsam erarbeiteten Ziele vollständig umgesetzt worden sind. Am Ende geht es bei dieser Frage wie so oft um Geld, aber auch darum, sich selbst kritisch zu hinterfragen und definierte Ziele und Prozesse stetig zu verbessern.

„What gets measured gets managed“ – Peter Drucker

Nehmen wir an, dass die Lieferung kollisionsarmer IFC-Modelle zum Ende einer Leistungsphase als BIM-Ziel definiert ist, dann ist die Frage nach dem Erfolg recht einfach mit „ja“ oder „nein“ zu beantworten. Doch so einfach ist es leider selten. Wie sieht es zum Beispiel mit der modellbasierten Koordination im Projektzeitraum aus? Muss wirklich jedes Element im Modell eine Kostengruppenzuordnung haben, um erfolgreich die BIM-basierte Kostenermittlung in LPH 3 darzustellen oder reichen auch 90% der Elemente? Und was ist, wenn genau die nicht-attributierten 10% kostenintensive Bauteile sind, die im Projekt vielleicht 30% oder gar 40% der Kosten ausmachen?
Wir haben festgestellt, dass wir uns, wenn wir über eine transparente und nachvollziehbare Leistungsbewertung sprechen, zunächst vor Projektstart auf die Kriterien einigen müssen, nach denen wir die Leistung überhaupt bewerten.

Abbildung 1: Darstellung der Kollisionsprüfung: gut für die aktuelle Abstimmung zwischen Disziplinen, jedoch nicht aussagenkräftig in Bezug auf die Leistung der Planungsteams im gesamten Projektverlauf.

Das Zauberwort ist Key Performance Indicator (KPI)

Key Performance Indicators oder auf Deutsch Leistungskennzahlen sind Kriterien, die wir vor Projektstart festlegen, durch unsere fortlaufende Qualitätssicherung über den gesamten Leistungszeitraum prüfen und transparent an alle Projektbeteiligen kommunizieren.

Abbildung 2: Dashboard zur Übersicht und zum Verlauf von Issues in LPH 2 und LPH 3

Ein Beispiel aus der Praxis

In einem Projekt ist es dem Bauherrn besonders wichtig, dass zum Ende der Leistungsphase 5 ein Kollisionsarmes Modell zu Verfügung steht (das ist unser fiktives BIM-Ziel), gleichzeitig möchten die Planungsteams Ihre Leistungen für die modellbasierte Arbeit quartalsweise abrechnen.

Also wir starten in die Leistungsphase, Modelle werden regelmäßig geliefert, die fortlaufende Modellprüfung stellt Kollisionen fest, zu denen Issues erzeugt werden und sukzessive je nach Priorität bearbeitet werden.

Unsere Leistungskennzahl zur Bewertung des Fortschritts des BIM-Ziels ist also nicht, ob am Ende alle Kollisionen gelöst sind, sondern viel mehr wie effektiv die Issues bearbeitet werden. Wie schnell werden kritische Issues gelöst? Wie verhält sich die Anzahl der Issues im Projekt über den Leistungszeitraum gegenüber der Anzahl der Elemente? Gibt es eventuell nur wenige kritische Bauteile, die jedoch viele Kollisionen erzeugen oder andersherum sehr viele unterschiedliche Bauteile, die eine hohe Varianz an Kollisionen aufweisen? Dies lässt sich durch Qualitätssicherungsmaßnahmen mittels Prüfsoftware und Issue-Management System feststellen und kommunizieren.

Um den Leistungsverlauf darzustellen, werden Prüfergebnisse und Issue-Verlauf in Dashboards ausgewertet und visualisiert. Die Visualisierungen erlauben es uns, den aktuellen Stand und den Fortschritt zu bewerten und ggf. sogar eine Tendenz für die vollständige Erfüllung des BIM-Ziels vorauszusehen. Die Planungsteams können Ihre eigenen Leistungen im Gesamtkontext des Projekts besser einschätzen, ggf. eigene Leistungsprioritäten anpassen und Ihre Leistungen entsprechend abrechnen. Dem Bauherrn haben wir ein hilfreiches Werkzeug zur Verfügung gestellt, um seine gesetzten Ziele permanent nachzuverfolgen und die Leistung der Beauftragten ganz spezifisch zu bewerten.

Abbildung 3: Dashboard zum aktuellen Stand und zum Verlauf der Attributierung

So kann ein aktives Controlling des Projektes im gesamten Leistungszeitraum auf Basis der BIM-Ziele stattfinden und zum Ende analysiert werden, was gut und weniger gut funktioniert hat.

KPIs und BIM-Ziele

Wir haben die Erfahrung gemacht, die KPIs eines BIM-Projekts an den BIM-Zielen zu orientieren, vorab gemeinsam festzulegen und an alle Planungsbeteiligten offen zu kommunizieren. In frühen Phasen eines Projekts sind häufig nur wenige Kriterien zur Bewertung notwendig, um sich einen Überblick über BIM-spezifischen Planungsfortschritt zu schaffen. Je weiter das Projekt dann voranschreitet, umso detaillierter sind Kriterien aufzusetzen und Leistungen zu verfolgen.

Abbildung 4: Dashboard KPIs für die Kategorien Attribute, Kollisionen und Issues

Ganz wesentlicher Teil aller Leistungen ist die effektive Kommunikation untereinander.

Diese lässt sich schwierig durch Zahlen und Fakten, wie Anzahl fehlerfreier Objekte oder kritischer Issues bewerten. Aus unserer Sicht kann die Bewertung von Leistungsindikatoren die Kommunikation jedoch positiv beeinflussen, da Soll- und Ist-Zustand für alle nachvollziehbar dargestellt werden.

Die digitale Arbeitswelt bietet uns die Möglichkeit, umfangreiche Planungsdaten schnell zu erzeugen und abzurufen. Die BIM-Methodik sorgt für eine Struktur, die es uns erlaubt, jederzeit die Daten auszuwerten und zu interpretieren: Dies sollten wir in jedem unserer Projekte aktiv nutzen, um in Zukunft effizienter zu Planen und Leistungen zu bewerten.

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